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Christen sind die am stärksten verfolgte religiöse Gruppe der Welt. 80 Prozent der Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, sind Christen - ihre Religion ist damit zurzeit die meistverfolgte auf der Welt.

Türkei: Völkermord und Pogrome

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Türkei: Die Wahrheit schmerzt

Türkei: Die Wahrheit schmerzt…

Und zwar so sehr, dass viele Türken, nicht nur in Deutschland, sich angegriffen fühlen. Zu spüren bekommt das nicht nur die Regierung in Frankreich an sich, nein, es wird auch persönlich. So wurde am Wochenende die Webseite von Valérie Boyer gehackt. Und eine Morddrohung bekam sie auch. Valérie Boyer ist die französische Abgeordnet, die für den Entwurf des “Völkermord-Gesetz” verantwortlich ist. Dieser Gesetzesentwurf stellt das Leugnen eines in Frankreich anerkannten Völkermordes unter Strafe, also auch den Völkermord an den Armeniern zwischen 1915 – 1917.

Wenn man sich so umhört bei den Türken, die in Deutschland leben und auch hier aufgewachsen sind, stellen wir dasselbe Phänomen fest. Fast alle lehnen diesen Gesetzentwurf ab. Einige sagen sogar, es würde die Rede- und Meinungsfreiheit einschränken!

Wenn man dieselben Menschen dann aber fragt, ob sie es auch gut finden würden, wenn die Holocaust-Leugnung in Deutschland nicht unter Strafe stehen würden, sagen ebenfalls die meisten nein! Das ist kurios, nicht wahr!? Es gibt von türkischer Seite aus immer dieselben Vorwürfe, das stimme so alles nicht, die Armenier würden lügen und ihre Archive nicht öffnen. Stimmt das so? Nein, natürlich nicht. Selbst im Internet sind alle Briefwechsel zwischen den beteiligten Regierungen öffentlich einsehbar.

Und selbst wenn der Vorwurf gegen die Armenier stimmen würde, liegen in deutschen Archiven genügend Materialien über den Völkermord. Aber es geht ja nicht nur um die Armenier, sondern auch um die Aramäer und Griechen, die zur selben Zeit im damaligen osmanischen Reich deportiert und abgeschlachtet wurden. Frauen, Kinder und Männer!

Im sogenannten “Jahr des Schwertes” starben 2 Millionen [orientalische] Christen, allein die Aramäer verloren 50 % ihrer Gesamtbevölkerung und der Rest wurde aus den alten Siedlungsgebieten vertrieben. Heute leben in der Türkei noch  60.000 Türken armenischer Herkunft, diese werden immer noch diskriminiert und benachteiligt, es geht ihnen also so wie allen Christen in der Türkei! Von den anatolischen Griechen, von denen es im Jahr 1914 noch über 1,7 Millionen in der Türkei gab, blieben gar nur noch 3000 – 4000 übrig.

Und sie hörten nicht damit auf: Viele Menschen in Deutschland wissen etwas über den Völkermord von 1915, aber wenig über das “Pogrom von Istanbul”. Damals kam es zu Morden, Vergewaltigungen und Misshandlungen gegen die christliche Minderheit in Istanbul, Izmir und Ankara. Fast alle Kirchen wurden angegriffen, 30 Schulen in Brand gesteckt, christliche Friedhöfe geschändet, über 3000 Häuser zerstört. Dazu kommen 110 Hotels und 21 Fabriken, die ebenfalls zerstört wurden. Als Folge des Pogroms verließen rund 100.000 Griechen ihre alte Heimat und kehrten nie wieder Heim.

Man kann also mit ruhigem Gewissen in die politische Diskussion gehen, wenn man weiß, dass in der Türkei seit fast 100 Jahren Christen und andere Minderheiten systematisch ermordet, verfolgt und vertrieben werden. Das hat nichts mit “Islamphobie” zu tun, denn es stützt sich ja auf wahre Begebenheiten, nicht auf Märchen oder Behauptungen.

Die Frage ist also, warum regen sich die Türken so auf? Ist es Scham? Wohl kaum. Denn es klingt mehr nach Nationalstolz. Und die Forderungen und Aussagen der Türken tragen eine klare Botschaft, sie sagen “Mischt euch nicht ein”. Was sie aber dabei vergessen ist, dass jeder Staat in Europa tun und lassen kann, was er will. Niemand ist von der Türkei abhängig oder wird es je sein.

Um jedoch das Ansehen der Türken in Europa zu verbessern, könnten sie natürlich – gerade die, die hier in Deutschland leben – viel zur Vergangenheitsbewältigung des türkischen Staates beitragen. Aber leider sind sie immer noch so voller Nationalstolz, dass sie sich nicht trauen, oder halt die Augen vor den offensichtlichen Wahrheiten verschließen. Es gibt in der Türkei keine Religionsfreiheit, keine Pressefreiheit und keine Meinungsfreiheit.

In den türkischen Gesetzbüchern steht heute noch “Falls ein türkischer Bürger das Türkentum in einem anderen Land beleidigt, soll die Strafe um ein Drittel erhöht werden.” [Anmerkung: die normale Strafe für diese Tat liegt innerhalb der Türkei bei zwischen sechs Monaten und drei Jahren].

Der Türke an sich lernt auch in der Schule nichts anderes. In einer 2004 veröffentlichten Analyse über die Darstellung des Christentums in Schulbüchern in fünf Staaten des Nahen Ostens kommt Dr. Wolfram Reiss von den Universitäten Rostock und Nürnberg hinsichtlich der Türkei zu folgendem Ergebnis: “Die Geschichte der indigenen Christenheit fehlt und wird missachtet. Weder griechische, armenische noch syrisch-orthodoxe Christen, die für Jahrhunderte die Bevölkerungsmehrheit gebildet haben und in dieser Region seit Beginn des Christentums bis ins 20. Jahrhundert gelebt haben, werden erwähnt. Das Christentum erscheint als ein europäisches Phänomen oder ein archäologisches Phänomen.“

Aber nicht nur das. Im Dezember 1978 kam es sogar zu einen Pogrom gegen die alevitische Glaubensgemeinschaft in Kahramanmaraş, dem mehr als 100 Menschen zum Opfer fielen. Wenn wir jetzt noch die zahlreichen Morde und Übergriffe auf Christen und andere Minderheiten in der Türkei, die in den letzten Jahren geschehen sind, dazu rechnen, kommt da so einiges zusammen.

Wichtig ist bei alle dem, dass IHR euch auch selbst informiert, lest Geschichtsbücher über diese Themen, schaut euch Dokumentationen darüber an. Denn nur wer gut informiert ist, kann in der [politischen] Diskussion auch bestehen. Und das ist sehr wichtig für die Zukunft! Lasst euch als Christen vor allen Dingen nicht von Politikern wie Cem Özdemir [fordert die Rücknahme des französischen Gesetzes zum Völkermord an den Armeniern] Claudia Roth ["Wir müssen endlich den Islam einbürgern in unserem Land"] oder Christian Wulf  ["Die Türkei ist ein Beispiel dafür, dass Islam und Demokratie, Islam und Rechtsstaat, Islam und Pluralismus kein Widerspruch sein müssen."] verwirren. Und, was auch wichtig ist, schließt andere aus der öffentlichen Diskussion nicht aus, auch nicht Anhänger anderer Glaubensgruppen, denn schließlich haben wir einen Auftrag zu erfüllen!

[quote]Bleibet in mir, und ich in euch. Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, dieser bringt viel Frucht, denn außer mir könnt ihr nichts tun.

Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

Wenn ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen.

Hierin wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringet, und ihr werdet meine Jünger werden.
Aus Johannes 15[/quote]

 

 

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